Fahne muss weg

Hundert zusätzliche Franken soll ein vierköpfiger Haushalt pro Jahr für den Strom zahlen, wenn die Energiewende umgesetzt. Dagegen muss man wirklich ankämpfen. Es ist viel zu wenig.

Fahne

Landschaft mit AKW-Fahne wie aus dem Bilderbuch

Geniessen wir solche Aussichten noch: Nebelmeer über dem Mittelland und daraus hervor sticht die AKW-Fahne aus Gösgen. Ein Bild, wie es unsere Enkel nicht mehr erleben werden, denn die AKW sollen abgeschaltet werden. Das Bittere daran: Unsere Enkel werden teuer dafür bezahlen müssen, dass sie diese Kraftwerke nicht mehr benützen sollen, denn das Geld für die Stilllegung fehlt zu einem guten Teil. Zu mindestens 20 Milliarden Franken, wie Finanzbehörden festgestellt haben. Dabei hat man uns doch immer erklärt, die AKW-Betreiber legen von jeder verkauften Kilowattstunde ein bisschen auf die Seite, um den Abbruch der Atommeiler dann locker bezahlen zu können. Ist offenbar nicht der Fall. Wir sind angelogen worden.

Angelogen

Die AKW-Befürworter haben auch immer gesagt, die Werke dürften ihre Betriebsbewilligung nur behalten, wenn sie die Entsorgung des radioaktiven Abfalls garantieren können. Noch kein einziges strahlendes Fass konnte defintiv entsorgen worden. Wir sind hintergangen worden.

In Tschernobyl muss ein neuer Mantel um die Ruine, die vor 29 Jahren noch ein ordentlich laufendes AKW war, neu gebaut werden. Das kostet 350 Millionen Euro. Das zahlen jetzt auch die Enkel – die Enkel der Erbauer jenes Kraftwerks. Viel haben sie nicht davon, von diesen Ausgaben. Der Mantel soll etwa 100 Jahre halten. Und nachher?

Unzusammenhängende Gedanken

Jaja, ich weiss schon, das sind irgendwie unzusammenhängende Gedanken. Da kommt grad noch so einer dazu: Auf dem Bild da oben mit der AKW-Fahne über dem Nebelmeer sind im Vordergrund unberührte Hügel zu erkennen. Stellen wir die Fahne ab, werden dafür vielleicht bald riesige Windräder die Landschaft schmücken. Oder beeinträchtigen. Und auf dem Dach des Bauernhauses werden über den malerischen Dachziegeln glitzrige Solarzellen im Sonnenlicht funkeln.

Falls das Parlament, das jetzt gerade über die Energiewende debattiert, der Förderung von erneuerbaren Energien zustimmt. Hundert zusätzliche Franken pro Jahr soll das jeden Haushalt kosten. Und darüber empören sich bürgerliche Politiker.

Eigentlich haben sie recht: Es ist ein Skandal, dass wir zwar Kinder und Enkel auf die Welt stellen und uns ihre Energiezukunft nur gerade 100 Franken pro Jahr kosten lassen. Pro Jahr. Pro Monat sind das acht Franken. Hallo? Acht Franken! Und was kostet schon wieder ein Einerli Roten in der Beiz?

Ach, diese unzusammenhängenden Gedanken immer.

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