Ehret heimisches Schaffen

Gewisse ökonomische Zusammenhänge sind so komplex, dass Fragen danach wohl nur dumm sein können. Deshalb belassen wir es bei Feststellungen.

sackmesser

Schweizer Qualität

Wer ein rechtschaffener Schweizer ist und das Herz auf dem richtigen Fleck hat, kauft im Inland ein und sucht sich Rat und Tat nur bei heimischen Handwerkern. Auch wenn er nah an der Grenze wohnt. Schliesslich verdient man sein Geld auch im Inland zu hiesigen Löhnen.

Fleisch

Auch wenn viele Schein-Patrioten an Samstagen über die Grenze fahren und dort günstig einkaufen und sich erst noch die Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen, begibt sich der aufrechte Schweizer in den heimischen Coop oder die Migros und lässt sich vom dortigen kompetenten Personal bedienen und beraten. Es sind in der Region Basel fast ausnahmslos freundliche Leute aus dem Badischen und dem Elsass.

Bremsen

Es wäre preislich verlockend, die Bremsen am Auto gleich über der Grenze zu reparieren und die Winterpneus auch grad dort montieren zu lassen. Aber ein richtiger Schweizer ehrt heimisches Schaffen und zahlt gern das Doppelte in der schweizerischen Niederlassung seiner Automarke. Die Arbeit erledigen zuvorkommend und fachgerecht Grenzgänger aus dem nahen Ausland.

Kacheln

Eine Badezimmer-Renovation ist eine ganz heikle Sache. Da greift man gerne tief in den Sack, um mit einer guten Tat solides Schweizer Handwerk zu fördern. Die deutschen Grenzgänger montieren die sanitarischen Anlagen dann perfekt, und der Elsässer Plättlileger ist ein wahrer Perfektionist und Künstler.

Alle Fragen, die einen zu diesen Sachverhalten einfallen, zeugen mit einer gewissen Sicherheit von ökonomischer Ignoranz und grenzenloser Dummheit. Etwa jene: Wer profitiert denn jetzt eigentlich wirklich von diesen Preis- und Lohnunterscheiden? Und die allerdümmste Frage ist wohl: Sind wir eigentlich blöd?

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