Konsequenz wird stark überschätzt

Beim Kaffee sei künftig Zurückhaltung angesagt. Rät der Arzt ziemlich eindringlich. Dann bittet er in den Ruheraum, um wieder ganz zu Sinnen zu kommen.

KaffeeWieder zurück dank feinem Kaffee

Der Eingriff war nun der letzte seiner Art und in dieser Angelegenheit und keineswegs schmerzhaft, weil unter leichter Narkose. Die Sache verlief ohne Komplikationen und der Befund – ja, der Befund war erfreulich. Der Herr Doktor erklärte nach getaner Arbeit die Resultate, die durchwegs zu Gelassenheit Anlass geben und rät dringend, künftig ausreichend zu trinken. Das Trinken nicht zu vergessen. Keinesfalls denken, man trinke ohnehin genug. Es seien jeden Morgen zwei Flaschen neben den Schreibtisch zu stellen, um abends kontrollieren zu können, dass man genug getrunken habe.

Über die Beschaffenheit der Getränke verlor er erst keine Worte. Dass er nicht Bier oder Wein im Sinne hatte, verstand sich irgendwie von selbst. Wasser war gemeint, mit Kohlensäure oder ohne. Auch Tee, sofern es nicht Schwarztee sei. Dann kam er zur Sache, und zwar eindringlich: Zwei Dinge gelte es zu meiden – erstens salzhaltige Getränke und zweitens Kaffee (Schwarztee war hier übrigens mitgemeint). Kaffee bitte künftig meiden, sagte er. Auch wenn es schwerfalle und liebgewonnenen Gewohnheiten widerspreche. Er erläuterte, warum es so sei, erklärte die Reaktionen des Körpers auf den Kaffee und reagierte mit einem sehr sauren Lächeln auf den eher scherzhaft geäusserten Einwand: «Und jetzt habe ich eben den Kaffeeautomaten aus der Reparatur geholt.»

Dann war die Konsultation zu Ende und nicht nur das: Die ganze Behandlung war abgeschlossen. Eine halbe Stunde im Ruheraum wurde noch verordnet wegen der gehabten Narkose. Da lagen Hefte zum Anschauen bereit, sehr bunte und schöne Hefte. Und die Assistentin brachte ein Getränk. Einen feinen Bertschi-Kaffee, der wirklich sehr gut schmeckte.

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