Kukeriosa im Baselbiet

Was einem so begegnet am frühen Sonntagnachmittag auf einer kleinen Tour durchs Baselbiet.

IMG_5390Jaja, zoomen Sie das Bild nur heran und Sie sehen, was da sonst noch kaputt ist

Es ist bald eins, entsprechend heiss, doch die Uhr am Alpiq-Gebäude in der Pratteler Lachmatt zeigt beharrlich zwei Minuten nach sechs. Sechs am Abend, sechs am Morgen? Die Botschaft bleibt unklar. Und schaut man genau hin, erkennt man es sofort: Die Uhr hat auch andere Gebrechen.

Der Anblick lässt nicht los. Steht es so schlimm um Alpiq, um unser nationales Stromunternehmen? Die Zeitungen berichten es immer wieder, dass nicht mehr viel Geld zu machen sei mit Strom und dass die Chinesen die Alpiq und damit wohl auch einen Teil unserer Stauseen kaufen wollen. Das wär’s jetzt noch.

So einfach will man es den Chinesen dann aber doch nicht machen: Das Alpic-Gelände ist eingezäunt mit scharfem Stacheldraht, mit so gfürchigen Klingen obendrauf. Nato-Stacheldraht haben wir dem im Militär gesagt. Da kommt man nicht so schnell hinein, auch die Chinesen nicht. Alpic-Uhr mit zwei nach sechs und dazu Stacheldraht – das gibt doch ein aussagekräftiges Bild.
Alpiq
Der Mann, der mit seiner Frau von der Lachmatt hinauf zum Wald spazieren geht, schaut misstrauisch. Was gibt’s denn hier zu fotografieren? Eben hat er zur Frau gesagt: «Die lachen jedenfalls. Denen geht’s nicht schlecht.» Er hat die Asylbewerber gemeint, die neben dem Lachenmatt-Schützenhaus einquartiert sind. Tatsächlich, man hört eine Frau lachen.

Das geht natürlich etwas weit. Die Alpic-Uhr hinter dem Nato-Stacheldraht steht still und Flüchtlinge lachen. Wo führt das letzten Endes hin?

Auf diese Frage fällt einem, so sehr man sucht, keine Antwort ein. Schlimmer noch: Ein neues Rätsel taucht auf dem Weg durch den sonntäglichen Nachmittag unvermittelt auf. Einfach so.
Koffer
Kein Mensch und weit breit. Nicht einmal eine lachende Asylbewerberin. Kein Laut zu hören, kein singender Vogel und kein bellender Hund. Da sind Wohnungen zu vermieten und zwar viele. Und vor der Tafel warten zwei Koffer. Zusammengebunden. Hat sie einer stehen lassen, als er eine der Wohnungen, die jetzt frei geworden ist, verliess? Oder wartet da jemand, bis der Vermieter kommt und die Wohnung aufschliesst? Der kann noch lange warten, da kommt keiner so schnell. Da ist weit und breit niemand, der einem zum Beispiel auch sagen könnte, was denn drin ist in diesen Koffern.

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